Montag, 12. Mai 2025

Kapitel 1 - Wie alles begann...

 

Hallo du!

Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast!

Wir würden dir jetzt gerne sagen, dass das, was du hier lesen wirst, nicht unglaublich verrückt klingen wird, aber das wäre wohl gelogen. Warum wir können was wir können, wissen wir noch immer nicht genau. Aber wir wissen, dass es unglaublich fantastisch ist. Also halt dich fest und nur ganz vielleicht passiert dir ja auch irgendwann etwas Unglaubliches und Magisches!

Alles Liebe,

Juna & Ilan

 

Der Tag, an dem sich alles verändern sollte, begann ganz gewöhnlich. Nun ja, ganz gewöhnlich nun auch nicht. Immerhin war es der Tag, an dem die Zwillinge Juna und Ilan elf Jahre alt werden sollten. An jenem besonderen Sonntag im August strahlte die Sonne vom Himmel und nicht eine einzige Wolke zeigte sich. Perfektes Wetter also!

Wie so häufig war Juna längst wach als die Vögel vor ihrem Fenster zu zwitschern begannen. Nun sprang sie aus ihrem Bett, schnappte sich blaue Shorts und ein grünes Top und zog sich in Windeseile an. Anschließend ging sie hinüber zu einer Tür, öffnete sie und trat hindurch. Im Nachbarzimmer lag Ilan, wie üblich, noch im Bett. Schlafend, mit verrutschter Brille auf der Nase und einem aufgeschlagenen Buch neben sich. Darauf nahm Juna jedoch keine Rücksicht und warf sich einfach neben ihn auf das Bett.

„Aufstehen, Ilan“, rief sie dabei fröhlich. Immerhin wurde man schließlich nicht jeden Tag elf Jahre alt. Da war jede Minute wichtig!

„Mmpf“, kam es jedoch nur von Ilan. Juna schien härtere Geschütze auffahren zu müssen, um ihren Bruder zu wecken. Na, dann bleibt mir nur noch eins, dachte sie sich und setzte sich auf. Eine Sekunde später warf sie sich auf ihren Bruder und begann ihn zu kitzeln. Innerhalb von Sekunden war Ilan so nicht nur wach, sondern auch noch seiner Schwester ausgeliefert.

„Nein…nicht…man Juna, hör auf!“, versuchte Ilan empört zu rufen, aber das Meiste ging in seinem Lachen unter. Erst nach einigen Minuten ließ Juna von ihm ab und die beiden fielen erschöpft zurück in die Kissen. Juna jedoch vor Lachen.

„Sag mal musstest du mich so wecken“, empörte sich Ilan über seinen Zwilling, als er endlich wieder Luft bekam.

„Wir haben Geburtstag, die Sonne scheint und ich will meine Geschenke! Natürlich muss ich dich da wecken! Mama und Papa würden mir nie erlauben ohne dich die Geschenke zu öffnen! Also steh endlich auf, Schlafmütze!“ Juna hielt es kaum noch aus vor Neugierde.  Im Gegensatz zu ihrem ruhigeren und wissbegierigen Bruder, der auch noch eine Unmenge an Geduld zu besitzen schien, benötigte Juna das Abenteuer. Sie musste immer etwas erleben und hatte manchmal das Gefühl vor Neugierde oder Ungeduld zu platzen, wenn ihr Bruder sich mal wieder alle Zeit der Welt ließ. Durch ihre unterschiedlichen Charaktere kriegten sich die beiden regelmäßig in die Haare. Dennoch hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Neben ihrem Charakter unterschieden sich die Zwillinge jedoch vor allem in ihrem Aussehen. Denn obwohl beide hellbraunes Haar haben und auch ungefähr gleich groß sind, sind Junas Haare glatt und schulterlang während Ilans Haare ihm in Wellen bis in den Nacken fielen. Außerdem saß auf Ilans Nase eine schwarze, runde Brille. Sie erinnerte stark an die seines Vaters. Die Zwillinge waren schlank und von ganz gewöhnlicher Größe für Alter. Und während Juna am liebsten den gesamten Tag draußen verbrachte und immer etwas erleben wollte, saß Ilan meist in einer Ecke und las ein Buch. Doch seine Liebe für Bücher und Wissen bedeutete nicht, dass er seine Schwester nie auf ihren zahlreichen Erkundigungen begleitete. Auch in ihm steckte die Abenteuerlust. 

 


Aber zurück zu jenem elften Geburtstag, der alles verändern sollte. Der morgen verlief so normal wie es das an einem Geburtstag möglich ist. Nachdem die Zwillinge in der Küche von ihren Eltern mit einem Ständchen und den ersten Geschenken begrüßt worden waren, aßen sie ihr Frühstück. Anschließend hieß es vorbereiten, denn am Nachmittag wollte die Familie mit Freunden und Verwandten den Geburtstag der Zwillinge feiern. Dazu mussten Ilan und Juna ihrem Vater beim Aufbau im Garten helfen. Währenddessen bereitete ihre Mutter drinnen den Geburtstagskuchen und all die anderen Kleinigkeiten vor. Bis die Gäste am Nachmittag dann schließlich kamen, passierte weiterhin nichts Ungewöhnliches. Erst als Juna und Ilan endlich ihre Geschenke auspacken durften, begann ihre Reise. Es war das Geschenk ihres Großvaters, das alles für sie verändern sollte. Auf den ersten Blick schien es jedoch ein wenig, nun ja, aus der Reihe zu fallen. Kein Wunder also, dass Ilan und Juna etwas verwundert waren, als ihr Großvater ihnen je eine kleine, unscheinbare schwarze Dose in die Hand drückte.

„Macht sie auf“, forderte ihr Großvater die beiden auf. Dabei hatte er ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht.

Neugierig geworden öffnete Juna ihre Dose. Als sie das Innere sah, entfuhr ihr ein entzücktes Seufzen. Innen lag ein Armband. Ein einfaches braunes Lederband aus zwei einzelnen geflochtenen Strängen umfing ein rundes silbernes Amulett. Auf diesem war ein Tier abgebildet und anschließend bemalt worden. Es schien ein Vogel zu sein, aber so einen hatte Juna noch nie zuvor gesehen. Den Kopf zum Himmel gereckt und die Flügel weit gespreizt, war es, als wäre er im Begriff in den Himmel hinaufzusteigen. Unter der hauptsächlich roten Färbung der Federn schwang ein wenig Gold mit. Auch die Krallen, der Schnabel und die Augen leuchteten in Gold. Der Vogel hatte sehr lange Schwanzfedern, fast so lang wie sein restlicher Körper mit goldenen Spitzen. Das Erstaunlichste an dem kleinen Amulett war aber die lebendige Darstellung des Tieres. Juna hätte auch schwören können, dass ihr der Vogel zugezwinkert hatte, als sie das Armband herausnahm. Fasziniert hielt sie sich das Amulett noch näher ans Auge, in der Hoffnung dieses Zwinkern noch einmal zu sehen. Doch das Amulett blieb, was es war. Mit staunenden Augen schaute Juna zu ihrem Großvater auf. Doch bevor sich auch nur eine der Fragen stellen konnte, die ihr auf der Zunge lagen, keuchte Ilan neben ihr erschrocken auf. Er hielt ein fast identisches Armband in der Hand. Lediglich das Motiv auf dem Amulett schien ein anderes zu sein, wie Juna mit einem kurzen Blick feststellte. Aber weshalb Ilan so erschrocken war, konnte sie nicht erkennen. Es schien wie bei ihr einfach nur ein Amulett zu sein.

„Was ist?“, fragte sie also.

„D-d-das i-ist ein G-greif!“, stammelte Ilan immer noch total perplex.

„Ein was?“ Juna hatte das Wort noch nie gehört.

„Ein Greif. Ein Wesen mit Löwenkörper und Adlerkopf. Es stammt aus der griechischen Sagenwelt.“

 


„Ich seh schon, das war eine gute Wahl“, mischte sich ihr Großvater in ihr Gespräch ein. Er hatte immer noch ein leichtes Lächeln im Gesicht, wie Großeltern das oft haben. In seinen Augen spiegelte sich aber das Wissen um etwas, das den Zwillingen verborgen war.

„Dies sind Schutzamulette. Tragt sie immer bei euch und sie werden euch den Weg weisen“, fuhr ihr Großvater fort. „Dem Greif wird nachgesagt, dass er weise und stark ist. Der Phönix auf deinem Amulett Juna steht für Mut und Aufbruch. Ich bin mir sicher, dass euch die Amulette gute Dienste leisten werden“, schloss er schließlich. Dann drehte er sich um und ließ zwei verblüffte Kinder zurück. Eine kleine Weile starrten Juna und Ilan ihm noch hinterher, bevor sie sich wieder fassten.

„Was war das denn?“, fragte Juna ihren Bruder. In ihrer Stimme schwang purer Unglauben mit. Denn verstanden, was ihr Großvater da von sich gegeben hatte, hatte sie nicht. „Und was ist bitte schön ein Phönix?“, schob sie im selben Atemzug hinterher noch bevor Ilan auch nur auf die erste Frage hatte reagieren können.

„Ich habe keinen blassen Schimmer“, sagte er schließlich. „Das war alles irgendwie ziemlich komisch. Wieso brauchen wir ein Schutzamulett und was meinte er damit, dass sie uns ‚gute Dienste‘ erweisen würden? Als steckte noch etwas anderes hinter den Amuletten.“

„Total komisch“, bestätigte Juna. „Und was war das nun mit dem Phönix?“ Sie schaute wieder auf das Amulett mit dem Vogel in ihrer Hand.

„Der Phönix ist auch ein Fabelwesen. Er ist unsterblich. Nach einer gewissen Zeit soll er in Flammen aufgegangen sein…“ An dieser Stelle unterbrach Juna seine Erklärung mit einem entsetzten Aufschrei.

„Man Juna! Er ist unsterblich! Er entsteht neu aus der Asche! Je nach Erzählung unterscheidet sich nur, wann das jeweils geschieht! Außerdem heißt es oft, dass immer nur ein Phönix existiert haben soll.“

„Oh, das ist cool! Glaubst du denn, dass solche Tiere mal existiert haben?“

„Schwer zu sagen“, antwortete Ilan auf seine manchmal recht altkluge Art.

„Schade“, fand Juna, „es wäre bestimmt cool (gewesen) einen Phönix oder Greifen als Freund zu haben.“

„Auf jeden Fall“, stimmte ihr Ilan zu.

Bevor sie jedoch weiter über die Amulette sprechen konnten, rief ihre Mutter nach ihnen. Endlich sollte es Kuchen geben. Schnell halfen sich die Zwillinge gegenseitig die Armbänder überzustreifen, bevor sie hinüber zum Tisch gingen. Nach dem Essen zogen sie dann mit ihren Freunden zum Spielen los und hatten die Amulette an ihren Handgelenken zu diesem Zeitpunkt schon fast wieder vergessen. Erst am Abend als alle Gäste längst gegangen waren und die Zwillinge sich bettfertig machten, erinnerten sie sich wieder an die Armbänder. Doch lange Zeit zum Nachdenken blieb ihnen nicht. Ihre Eltern kamen, um ihnen gute Nacht zu sagen und trotz aller etwaigen Vorhaben schliefen beide erschöpft vom Tag sofort ein, als ihre Köpfe das Kissen berührten. Darum bemerkten sie auch nicht das plötzliche Leuchten der Amulette in der Dunkelheit der Zimmer und auch die leichten Bewegungen der Tiere entgingen ihnen.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

Abbildungsnachweise

Bild 1: Juna & Ilan

            © OpenAI ChatGPT. „Bild generiert auf Benutzeranfrage.“ 2025.

Bild 2: Die Lederarmbänder mit Greif und Phönix auf den Amuletten

            © OpenAI ChatGPT. „Bild generiert auf Benutzeranfrage.“ 2025.